Montag, 20. März 2017

!!Reallife!! Manchmal ist das Leben echt unfair!!

Aber wäre das Leben fair, wo bliebe dann der Spaß, sich darüber aufzuregen. Nichts im Leben ist perfekt und das ist gut so.
Ich bin jetzt in meiner vierten Woche im Praktikum und bin die erste Woche krank.
Für mich gibt es nichts Schlimmeres als zuhause bleiben zu müssen. Aber ich hatte in der letzten Woche schon Ohren- und Halsschmerzen und da bei uns viele krank sind, stecken wir uns gegenseitig an. Also habe ich für mich entschieden, nach langem Zureden der anderen, endlich mal zuhause zu bleiben. Natürlich plagt mich sofort das schlechte Gewissen, denn andere sind auch krank und gehen arbeiten. Aber dann denke ich mir auch, lieber jetzt zuhause bleiben, als später für längere Zeit krank bin und in einem Beruf mit Kindern, lässt es sich oft nicht vermeiden – leider.

Aber ich bin nicht ganz unproduktiv: Ich habe mir ja schon am Anfang meiner Ausbildung darüber nachgedacht, was ich in meiner Facharbeit schreiben möchte. Heute habe ich das erste Thema für mich entdeckt, mit dem ich mich anfreunden kann.
Grob gesagt: Es geht um die sozial-emotionalen Kompetenzen der Kinder. Damit habe ich sicherlich ein gutes Thema aufgegriffen. Es gibt immer noch Kinder, die Schwierigkeiten darin haben, die Gefühle der Menschen um sich herum wahrzunehmen oder darauf zu achten, dass Kinder in ihrer Umgebung andere Merkmale als sie selbst aufweisen. Zum Beispiel beim Rumtoben oder Fußball spielen. Manchmal fehlt ihnen auch das Verständnis für Regeln. Warum darf ich dies und jenes nicht? Was kann passieren, wenn ich es doch tue?

Es gibt so viele Bereiche, die ich ansprechen kann und das habe ich mir fest vorgenommen.
In der letzten Woche ist mir etwas sehr Schönes auf Arbeit passiert. Ich war im Späthort und hatte Feierabend. Zwei meiner Jungs – aus meiner Klasse – waren noch da und eine Mutter saß neben ihrem Sohn. Ich habe den beiden Tschüss gesagt und sie haben gesagt: „Bis Montag!“, aber ich bin montags nie in der Schule, da ich da selber zur Schule muss. Also habe ich mich bis Dienstag verabschiedet. Ich sagte auch der Mutter Tschüss, die mich plötzlich anlächelte und sagte „Ach, sie sind die Praktikantin, die so beliebt ist.“ Ich war im ersten Moment ziemlich erschrocken über diese Aussage, denn das hätte ich nicht erwartet. Eigentlich bin ich jemand, der eben nicht auffällt, aber anscheinend habe ich bei den Jungs aus meiner Klasse ein Stein im Brett. Ich bin also mit einem riesen Grinsen im Gesicht nach Hause gefahren und habe es natürlich gleich auf Facebook geteilt. In einer Sache bin ich den Teenies heute noch gleichgestellt: Die Sucht der „Social Media“. Aber hey: Warum auch nicht? Ich meine: Ich blogge, da darf ich das ruhig richtig genießen und ausleben.

Alles in allem sind die ersten drei Wochen wirklich schön gewesen und ich hoffe, dass die nächsten 16 Wochen genauso schön werden. Vielleicht kann ich mit den Kindern ja auf Klassenfahrt fahren, falls es natürlich nicht möglich ist, da die Schule für mich zahlen müsste, werde ich die Tage in einer anderen Klasse verbringen.
Kommen wir zu meiner kommenden Woche. Sie wird nicht ganz so entspannt. Am Montag ist die Beerdigung meiner Mutter und ich glaube, dass mich das noch mal richtig runterreißen wird. Ich habe den Tag danach – also den Dienstag – frei, um mich noch mal so richtig damit auseinander setzten zu können.

Wir haben das Wochenende jetzt auch die Wohnung von ihr komplett leer geräumt. Es steht alles bei mir oder meiner Schwester im Keller. Das Gefühl, was ich gestern hatte, als wir den Rest holten, war irgendwie erdrückend. Für mich ist das Ganze immer noch nicht ganz real und tief im Inneren denke ich, dass sie jeden Moment anruft und mir das Ohr ab sülzt. Wir haben so oft und viel telefoniert, dass ich manchmal davon genervt war. Aber jetzt fehlt es mir sehr. Ich konnte sie immer anrufen, wenn ich unterwegs war, weil ich mich manchmal nicht wohlfühle und dann hat sie mit mir über Gott und die Welt gesprochen. Oder wenn ich zur Schule gefahren bin oder nach Hause oder wenn ich mein Zeugnis bekommen habe. Egal, ob gute oder schlechte Noten in der Schule, sie war immer da und hat mir Mut zugesprochen. Nun fällt das alles weg. Der Zusammenhalt mit meiner Schwester ist gerade sehr wichtig für uns. Mit meinem Bruder ist es momentan etwas schwierig, aber ich glaube, dass sich das auch wieder legen wird. Jeder von uns trauert anders – er auf seine Weise und wir auf unsere.

Aber es gibt auch etwas Erfreuliches: Ich habe nächste Woche Freitag Geburtstag und werde doch glatt 30 Jahre. Ich nulle also. Na darauf sollten wir wohl einen trinken – ihr Sekt und ich Wasser. :p
Eigentlich sollte es ein Gewinnspiel geben, aber mein Freund ist mit mir auf der Buchmesse und so verschiebt sich das Gewinnspiel bis nach der Messe und dann sind wir ja auch noch in England und Schottland. Das heißt: Es wird im April gleich wieder eins geben. Ich bin so aufgeregt. :)

Jetzt werde ich mich aber von euch verabschieden. Ich werde noch etwas das Internet für meine Facharbeit durchforsten und mich auf meinen morgigen Termin beim Zahnarzt vorbereiten. Kann man sich eigentlich darauf vorbereiten? Ich bin mir nicht sicher *lach*
Ich wünsche euch eine schöne Woche
Eure Lea

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