Montag, 20. März 2017

[Rezension] Åsa Böker – Im Glanz der Welten (In den Nordlanden Teil 1)

Åsa Böker – Im Glanz der Welten (In den Nordlanden Teil 1)

Die sechzehnjährige Silke aus dem schwedischen Silvbro flüchtet nach einer Mobbingattacke in die Anderswelt »Nordland«. Nach dem Übergang begegnet sie zwei gleichaltrigen Mädchen, die sich bereits im Leben behaupten mussten: Yrsas Mutter wurde als Hexe verbrannt und Unna ist gezwungen, als riesenhafte Missgeburt in der Schmiede ihres Vaters zu schuften. Zusammen machen sich die Mädchen auf, dem Jahrhundertereignis Nordlands zu folgen: Leit. Unter Bewachung von grimmigen Soldaten ziehen eintausend zwangsrekrutierte Pflückerinnen aus, um die heiligen Diamantblumen zu ernten, die im unwegsamen Moor Fenmarken wachsen. Den Befehl über alle hat der ehrgeizige Anführer Crispin Silberschwert, der die Ehre seiner Familie wiederherstellen muss. Doch die Arbeit im Moor ist gefährlich und nicht alle Mädchen werden Leit überleben.
Die andere Welt gibt es schon immer in der Peripherie. Manchmal erahnt man sie, aber sobald man den Kopf dreht, verschwindet sie.

Das erlebt auch Silke, ein Mädchen aus dem schwedischen Silvbro. Verspottet und gehänselt von den Mitschülern und von der eigenen Mutter nicht richtig verstanden. Silke hat es nicht leicht in ihrem Leben: Ihre Mitschüler mögen sie nicht, der Junge, in den sie verliebt ist, interessiert sich nicht für sie. Freunde hat sie außerhalb der Schule keine und ihre Mutter benimmt sich wie ein Hippie.
Alles nicht so einfach für ein sechszehnjähriges Mädchen, das sich nichts mehr wünscht, als „normal“ zu sein.
An Mittsommer reist Silke mit ihrer Mutter Ingrid zum „Lichtfest“. Silke ist nicht so begeistert wie ihre Mutter, ist ihr das Ganze doch recht unangenehm und auf eine Art und Weise auch peinlich.

Weil sie keine Lust auf dieses Spektakel hat, flieht sie am Abend von der Veranstaltung und sucht sich ein ruhiges Plätzen am Wasser.
Nichtsahnend, dass für Sie ein neues und aufregendes Abenteuer beginnt.
Ein Ritter auf einem Pferd und das mitten unter den ganzen Menschen? Silke wusste sofort, dass etwas falsch an dieser Situation ist. Sie befindet sich nicht nur mehr in der Nähe der Häuser, die sie bis eben noch gesehen hat. Nein, denn die Häuser sind plötzlich durch Bäume ersetzt worden. Sie befindet sich in einem Wald – mit einen unbekanntem Reiter.
In der Geschichte passieren mehrere Perspektivwechsel. Ich bin kein Fan davon, aber es war wichtig, denn der Zusammenhang zwischen den verschiedenen Charakteren kam im Laufe der Geschichte zustande.

Im Verlauf begleiten wir Silke auf das Gymnasium. Die neue oder alte Silke kann endlich einen neuen Lebensabschnitt beginnen. Nur leider gelangt es ihr nicht so, wie sie es gerne hätte. Das Mobben und Verspotten hört nicht auf und Silke will nichts lieber, als sofort von dort zu verschwinden. Und zwar dahin, wo sie den Ritter mit seinem wunderschönen Pferd gesehen hat.
Ausgerüstet mit allen möglich wichtigen Dingen wie Taschenlampe und Kompass geht sie mit ihrer Klasse auf einen Ausflug ins Naturschutzgebiet. Aber wer braucht einen Kompass und eine Taschenlampe, wenn er sich nur auf den Pfad aufhalten darf und auch immer nur in Gruppen unterwegs ist – ganz genau, um abzuhauen. Silke hat sich nicht nur diese zwei Dinge eingepackt, sondern auch genug Vorräte, damit sie nicht verhungert oder verdurstet.
Sie kapselt sich von ihren Mitschülern ab und schafft es ein weiteres Mal in die andere Welt zugelangen. Dort triffst die auf ihre Freundin aus der Kindheit, die ihre Eltern für Einbildung hielten und auch auf ein weiteres Mädchen – Unna, die Schmiedstochter. Zusammen begeben sie sich auf den Weg nach Leit. Dort findet das Jahrhundertereignes Nordlands statt. Eintausend Mädchen, die von Soldaten zwangsrekrutiert wurden, machen sich auf die Suche nach Diamantenblumen, die nur im Moorgebieten wachsen, um diese zu ernten. Die 100 besten Pflückerinnen haben die Ehre, am Hofe von Konrad IV zu leben und eine Weberin zu werden.

Aber es wird nicht leicht für die Mädchen im Moor: Gefährliche Kreaturen lauern in den dunklen Gewässern rund um das Moor. Singende Kreaturen, die die Mädchen in den Tod locken, Seelenfresser, die in der Nacht hinaus kommen und Trolle, die vom Geruch des Blutes angezogen werden. Für Silke ein Erlebnis, das sie so schnell nicht vergisst.
Das Abenteuer endet nicht nur mit einem Happy End, sondern auch mit Verlusten, die Silke zu schaffen machen. Aber es gibt ja eine Fortsetzung, in der es sicherlich spannend um Silke und die Nordlanden wird.
Im Abschluss noch eine kleine Zusammenfassung von mir.
Ich mag die Geschichte. Sie ist spannend, witzig, traurig und glücklich zugleich. Ich mag viele der Charaktere, da sie sehr viel Leid ertragen haben, aber immer noch die Hoffnung hegen, dass alles gut wird.

Ich finde es toll, dass die Autorin die Welt des Nordlandes, so wie unsere Welt, sehr gut beschreibt. Denn wir leben im Zeitalter von Facebook und Co. Ich glaube ich habe bis jetzt kein Buch gelesen, wo das so gut erzählt wird. Besonders das Thema Mobbing beschäftigt mich schon sehr, denn jeder von uns hat das schon mal erlebt. Vielleicht nicht bei sich selbst, aber gesehen oder mitbekommen haben wir das sicherlich schon auf dem Schulhof, bei Facebook oder sogar in der Familie.

Verschließt nicht eure Augen, wenn ihr seht, dass ein Junge oder Mädchen von anderen verspottet und gehänselt wird. Wenn ihr nicht selbst dagegen angehen könnt, dann holt Hilfe, denn damit könnt ihr der geschädigten Person helfen. Ihr müsst keine Freunde werden, aber Mobbing kann einen Menschen verändern. Es kann einen stärker machen, so dass man drüber stehen oder es einen schwächen kann. So sehr, dass viele keinen anderen Ausweg mehr haben und sich das Leben nehmen.

Es sind vielleicht harte Worte und es gibt sicherlich den ein oder anderen, der anders denkt, aber wenn ihr die Augen aufmacht und euch mal in den Schulen umschaut, dann werdet ihr sehen, dass das Mobbing schon im jüngsten Alter los geht und mit steigenden Jahren häufig noch schlimmer wird. Dagegen etwas zu tun, ist gerade deshalb so unglaublich wichtig, finde ich.

Ich bedanke mich bei euch und freue mich über jedes Feedback.
Lea <3



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