Montag, 20. März 2017

[Rezension] Basilikumsdrache und Schöpfungskrönchen

Heute möchte ich euch ein Buch von Regina Schleheck vorstellen. „Basilikumsdrache und Schöpfungskrönchen“ ist ein 35-facher Lesespaß mit lauter Kurzgeschichten. Zuerst einmal muss ich gestehen, dass ich in das Cover verliebt bin, auch wenn mich der Schnabel mit dem Blut etwas abschreckt, finde ich die Schrift und den Background sehr gut gelungen. Damit ihr seht, was ich meine, habe ich hier zwei Bilder für euch.


Es soll Zechen geben, in denen sich stählerne Möchtegerndrachen verbissen ihre eigene Legende zu fauchen versuchen. Auch Märchen wie vom schlauen Papierfresserdrachen, der seine Artgenossen befreit, warten nur darauf, erzählt zu werden. Oder wie wäre es mit schaurig-schönem Grusel rund um plappernde unsichtbare Doppelgänger und sich verselbstständigende Killer-Navigationsgeräte? Mystische Fantasy mit heiratsunwilligen Meerjungfrauen oder göttlichen Wunderheilungen als ultimative Vergebung gefällig? Eins steht fest: Wo Regina Schleheck draufsteht, ist immer einzigartig-phantastischer Lesegenuss drin. 




Leider kann ich euch kaum etwas über die Kurzgeschichten schreiben, denn ich würde euch viel zu viel verraten. Aber ich kann euch versprechen, dass das Buch nicht nur Humor und Spannung hervorbringt, sondern auch eine sehr große Portion Fantasy.
Um euch aber nicht zu sehr zu enttäuschen, habe ich mich getraut, der lieben Regina ein paar Fragen zu stellen.
  • Liebe Regina, ich würde mich freuen, wenn du dich meinen Lesern vorstellen könntest.Ich bin unter anderem Lehrerin. Unter anderem für das Fach Praktische Philosophie. In einer meiner Klassen bin ich gerade der Frage: „Wer bin ich und wenn ja wie viele?“, nachgegangen und habe die Schüler gebeten, sich selbst Fragen zu stellen, um sich auf den Grund zu gehen. Da war von der Frage nach dem Alter bis zu den sexuellen Vorlieben alles dabei. Ich erspare uns hier diese beiden Varianten und gehe lieber auf das „Wie viele“ ein: Ich habe mit dem Kinderkriegen begonnen, bevor ich mein Studium beendet hatte, daher ist das mit der Chronologie so eine Sache, habe also mehr oder weniger zeitgleich ein Studium und anschließendes Referendariat in den Fächern Deutsch, Sozialwissenschaften und Sport abgeschlossen, später kam noch die Fakultas für Praktische Philosophie dazu. Außerdem bin ich fünffache Mutter, die meiste Zeit alleinerziehend,  seit langem alleinernährend. Schriftstellerin, Lektorin, Herausgeberin in vielen Genres bin ich nebenberuflich und habe damit auch erst sehr spät begonnen, obwohl ich früher am liebsten Journalistin geworden wäre. Die Schwangerschaften kamen mir einfach dazwischen. Alle diese Dinge machen mich aus. Wobei die Kinder und die Literatur definitiv den höchsten Stellenwert in meiner Herzensskala belegen.
  • Wie bist du zu der Idee gekommen, lauter Kurzgeschichten zu schreiben und sie dann beim Ifub-Verlag einzusenden?Fast alle dieser Kurzgeschichten sind aus unterschiedlichen Anlässen entstanden, viele davon als Wettbewerbsbeiträge oder schlicht als Beiträge zu Anthologien. Viele davon sind im Corona Magazine veröffentlicht und ausgezeichnet worden. Daher die Nähe zum iFuB-Verlag, dessen Verleger Mike Hillenbrand mir durch die Veröffentlichung dieser Kurzgeschichtensammlung eine große Wertschätzung erwiesen hat,  über die ich mich sehr freue.
  • Warum hast du das Buch „Basilikumsdrache und Schöpfungskrönchen“ und nicht „ Kellergeschichte und Dölfchens wunderbarer Wachsalon“ genannt?Das war eine Verlagsentscheidung. Ich hatte offengestanden ein wenig Sorge, dass man den Band mit diesem Titel für kindertauglich halten könnte. Ich vermute, es ist eine Hommage an das Ruhrgebiet (Basilikumdrache) und an die Literatur (Schöpfungskrönchen). Aber die Frage geht an den Verlag. Ich kann nur spekulieren. War aber ganz froh, dass mir die Entscheidung abgenommen wurde, weil die Storys, die hier veröffentlicht sind, ja sehr, sehr unterschiedlich sind. Mit ein Grund, weshalb ich gerade in der Phantastik zwar oft ausgezeichnet wurde, aber bisher nicht wirklich erfolgreich bin. Nicht nur dass ich vorwiegend Kurzprosa schreibe. Ich passe in keine Schublade, bin für die Phantastik zu dicht an der Realität, schreibe zu divers und definitiv nicht serientauglich.
  • Du bist auch in der Kriminalliteratur zuhause, was macht die beiden Literaturarten so besonders für dich?Beide beschäftigen sich mit (menschlichen) Abgründen. Das ist es, was mich interessiert. Nicht das, woran ich mich festhalten kann, was mir Sicherheit gibt. Sondern das, was ich eben nicht einordnen kann, was Verunsicherung schafft. Das wahre Leben also. Das surreale ist mir ein Verstärker, keine Weltflucht. Wer kennt sich selbst schon und weiß, wozu er fähig ist? Im Guten wie im Schlechten. Das Phantastische ist uns doch selbst immanent. Ebenso wie das Kriminelle. Das Anliegen dahinter ist aber immer die Bewältigung, nicht der Horror um des Horrors Willen. Wir müssen uns wappnen. Dem Bösen ins Auge sehen, um mit uns und miteinander  zurechtzukommen.
  • Gibt es irgendetwas, das du in dem Buch vielleicht noch gerne verändert hättest?
    Die Gelegenheit hatte ich. Natürlich gab es eine Entscheidungsfindung über die Geschichten, die aufgenommen werden sollten, und natürlich gab es ein (erneutes) Lektorat. Bei der Auswahl gab es bei einigen Texten seitens des Verlags Bedenken hinsichtlich rechtlicher Konsequenzen, die ich zwar nicht geteilt habe, aber solange ich es nicht bin, die den Kopf hinhalten muss, absolut akzeptabel finde. Ein Buch ist ein Werk, an dem viele Menschen beteiligt sind. Ich bin Verlagsautorin aus Überzeugung, nicht Selfpublisherin. Das bin ich nicht nur aus Bequemlichkeit oder finanziellen Erwägungen, sondern weil ich den Beitrag der vielen, vielen anderen mit anderem fachlichen Können, Knowhow und anderen Möglichkeiten zu schätzen weiß.
  • Wo kommen dir deine Ideen zu all deinen Geschichten?Ich lebe mit allen Sinnen. Habe immer unendlich viel gelesen, mich für Vieles interessiert, es studiert, mich engagiert, bin viel herumgekommen und stelle immer wieder fest, dass die Wirklichkeit viel, viel größer ist als das, was sich in eine Geschichte packen lässt. Schreiben bedeutet vor allem Empathie, aber im zweiten Schritt eine drastische Reduktion und Komposition von Dingen, die es gibt oder geben könnte. Nichts entsteht in luftleerem Raum.
  • Und nun zum Schluss noch die wichtigste Frage: Was würdest du tun, wenn plötzlich ein Basilikumsdrache vor dir stehen würde? ;)
    Ich hätte die Story nicht schreiben können, wenn ich nicht mit einem Schmied befreundet gewesen wäre, der mir in einer entscheidenden Hinsicht super Informationen geben konnte. Daher hängt bei mir seitdem eine Schweißerbrille neben dem Klo. Man kann ja nie wissen. Würde er im Keller plötzlich vor mir stehen, würde ich vermutlich zu Stein erstarren.
    Wie gesagt: Wir müssen uns wappnen. Dazu können Geschichten eine phantastische Lebens-Hilfestellung bieten.
Das Buch könnt ihr beim Ifub - Verlag direkt kaufen.
Es hat insgesamt 256 Seiten und stammt auf dem Genre Fantasy- und Science-Fiction-Kurzgeschichtensammlung.
Ich wünsche euch allen noch einen schönen 1. Oktober.
Lea <3

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