Montag, 20. März 2017

[Rezension] Rena Fischer – Chosen „Die Bestimmte“

Es ist wieder an der Zeit für eine neue Rezension von mir.
Ich weiß, dass ihr ziemlich lange warten müsst, aber ich versuche öfter zu posten. Leider fing das neue Jahr nicht ganz so gut für mich und meine Familie an. Meine Mama starb vor zwei Wochen und das hat uns allen sehr den Boden unter den Füßen weggerissen.
Ich habe ziemlich lange geschwiegen und es wusste neben meiner Familie und meinen Freunden auch nur eine Handvoll Facebook-Freunde und das war auch gut so. Ich war noch nicht bereit für die vielen „Mein Beileid“ Wünsche. Ich weiß auch nicht, ob ich heute schon bereit dafür bin.
Durch den tragischen Tod meiner Mama wurde ich auch für einige Tage von der Schule befreit und habe mich in ein Buch gestürzt, von dem ich mir erhofft habe, dass es spannend sei.

Vielleicht hat der ein oder andere von euch das Buch von Rena Fischer „Chosen – Die Bestimmte“ gelesen: Es ist ihr Debütroman und eigentlich ein Grund zur Freude.
Leider hat mich das Buch kaum überzeugen können: Obwohl der Klappentext des Buches so schön geschrieben ist und auch sehr interessant herüber kam, war das Buch in meinen Augen eine reine Katastrophe.
Bevor ich euch aber etwas über die Handlung erzähle, hier der Klappentext für euch.












Vielen lieben Dank Jacquelin :)
Ein Eliteinternat für Hochbegabte – nicht gerade Emmas Traum! Doch Sensus Corvi ist kein normales Internat: Emma ist eine Emotionentaucherin und kann die Gefühle anderer Menschen spüren. Auch all ihre Mitschüler verfügen über besondere Gaben, was für Emma etwas gewöhnungsbedürftig ist. Der charismatische Aidan kann beispielsweise die Elemente beeinflussen – vor allem aber bringt er Emmas Gefühlswelt ziemlich durcheinander ... Als plötzlich Jared, ein ehemaliger Schüler, bei Emma auftaucht und sie in das düstere Geheimnis einweiht, das hinter den Mauren des Internats lauert, gerät Emma zwischen die Fronten und weiß nicht mehr, wem sie trauen kann. Eine Rebellion bricht los, die mehr ist als ein erbitterter Kampf. Und für Emma geht es dabei nicht nur um die große Liebe, sondern um Leben und Tod!

Wie ihr seht, sehr interessant – jedenfalls für mich. Also habe ich mich dazu entschlossen, zusammen mit 9 anderen Lesern das Buch zu lesen. Ohne, dass wir uns abgesprochen haben, waren wir alle der Meinung, dass das Buch im Schnitt 4 von 10 Punkten erreicht. Ich  selbst habe 3 von 10 Punkten vergeben. Der Grund: Ich mag die Idee der Geschichte. Sie ist wirklich gut, nur leider hat die Autorin einen gravierenden Fehler gemacht: Sie hat das Buch geschrieben, als wenn sie eine Liste abarbeiten würde.
Gleich zu Beginn sieht man mehrere Sätze, die sehr kurz sind. Ich nenne euch ein erfundenes Beispiel.
„Maya geht heute in die Schule. Sie hat eine blaue Jacke an. Sie trinkt gerne Wasser. Mag aber keine Cola. Sie hat jetzt Mathe. Sie mag den Lehrer nicht. Die Klasse mag sie auch nicht. Wann ist endlich Pause.“
Mir stellt sich die Frage, warum sie solch kurze auf den Punkt gebrachte Sätze schreibt? Sollte sie ihren Lesern nicht mehr Lesefluss geben? Warum fiel es ihrem Lektor nicht auf? Was veranlasste den Verlag dazu, das zu Buch zu vermarkten? Und warum hat sie fast nur fünf Sterne Rezensionen?
Bin ich vielleicht zu zimperlich? Gehe ich die Sache zu ernst an? Sollte ich mich vielleicht in eine Jugendliche versetzten, die das Buch liest?
Nein, ich stehe ganz klar zu meiner Meinung: Rena Fischer hätte aus dem Buch weit mehr herausholen können, als sie es getan hat. Sie hat einen netten Schreibstil, der jedoch ausbaufähig ist. Wenn sie sich einfach mehr Zeit nimmt, sich vielleicht zwei weitere Leser heranholt, die ihr eine ehrliche Meinung geben, dann sehe ich gute Chancen für einen Debütroman. Aber dieses Buch hier ist für mich persönlich nichts weiter als ein mittelklassiges Buch, das zwar einen Haufen an 5 Sternen hat, die in meinen Augen jedoch nicht wirklich ehrliche Meinungen darstellen.
Gehen wir nun zu der Handlung: Emma Mayer ist ein 16 jähriges Mädchen, das gezwungenermaßen zu ihrem Dad nach Irland zieht. Sie geht auf ein Internat für Kinder mit Superkräften. Sie lernt Aidan Canahan kennen und versteht sich am Anfang sehr gut mit ihm, dann gibt es im Laufe der Geschichte einige Krisen zwischen den beiden. In der Schule hat sie eine Freundin, die eher zur Mittelschicht gehört und ganz nett zu sein scheint. Der Direktor der Schule „Fionbar Faran“ ist irgendwie komisch: Obwohl er sehr nett erscheint, ist er es nicht. Mir wird in der Geschichte nie ganz klar, wie er wirklich ist, doch das klärt sich erst alles zum Schluss auf. Ihr Vater Jacob Macaengus ist noch seltsamer: Er entführt seine Tochter und klärt sie nicht einmal richtig auf. Irgendwann kommt Emma dahinter und akzeptiert das. Für mich super unlogisch – ganz ehrlich. Wenn mich jemand entführt, egal ob Vater oder nicht, ich würde ein Theater vom Feinsten machen. Ich würde ihm das Leben zur Hölle machen, um es auf den Punkt zu bringen. Aber die liebe Emma unternimmt relativ wenig dagegen. Oder die Fähigkeiten eine Emotionsleserin zu sein. Woher kommen die Fähigkeiten? Ist sie damit geboren worden? Wenn ja, wie kommen sie in ihre Blutlinie? Was hat es mit den unterschiedlichsten Fähigkeiten auf sich?
Ihr seht: In dem Buch ist alles durcheinander und so fühle ich mich auch. Ich bin sehr oft durcheinander gekommen beim Lesen, denn Rena Fischer hat Gedankensprünge, denen ich einfach nicht folgen kann. Es fehlen oft mehrere Passagen, ohne die ich wirklich aufgeschmissen war. Ich wusste oft gar nicht mehr, wo ich gerade bin und habe dann Ewigkeiten gebraucht, um zu merken, dass in dem Buch gerade die Rede von drei Wochen später ist. Ich finde es gut, wenn Leser ein Buch toll finden. Aber ich finde es noch besser, wenn die Leser, die auch Rezensionen schreiben, ehrliche und gut gemeinte Ratschläge an die Autorin geben.
Mein Ratschlag an die Liebe Rena ist: Du hättest das Buch noch mal überarbeiten sollen. Ich finde, für 17 Euro ist es wirklich unterdurchschnittlich und wenn ich es nicht als Rezensionsexemplar bekommen hätte, wäre es auf direkten Weg mit der Post wieder zurückgegangen. Ich mag deine Idee für das Buch sehr und ich glaube, dass du sehr viel aus dem Buch herausholen kannst. Aber so wie es gerade geschrieben ist, kann ich es niemanden von meinen Lesern empfehlen.
Ich wünsche der Autorin alles Gute und ich wünsche mir, dass ihr nächstes Buch besser wird.
Persönlich werde ich den zweiten Teil von Chosen nicht lesen.
Das Buch hat 2,5 von 5 Sternen bekommen.

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