Samstag, 1. April 2017

..::Interview::.. Mary Cronos – Autorin von Nafishur und Grafikdesignerin

Willkommen zum zweiten Teil von Marys Interview. Den ersten Teil des Interviews findet ihr HIER.
Das Interview fand am Samstag auf der Leipziger Buchmesse statt und es war eine sehr nette und lustige Runde.


Mary Cronos


Nicole:  Was war das für ein Gefühl, als du dein erstes und eigenes Buch in den Händen hattest?

Mary Cronos: Ich weiß sogar noch ganz genau, wo es war. Es war in Halle 2, da wo jetzt die Fantasy-Lesebühne stand, war damals der Stand oder die Buchhandlung von Werkzeugs. Gegenüber war der Stand vom Bundesamt für magische Wesen. Das war mein erster Stand, da hatte ich mir einen Platz am Stand gebucht und mein damaliger Distributor, da war ich noch nicht bei BOD, hat es nicht geschafft, sie rechtzeitig zu drucken. Ich wollte sie vorher in Händen halten und mit zur Buchmesse nehmen. Der Donnerstag und der Freitag gingen vorbei. Am Samstag kam eine liebe Freundin aus Berlin und brachte mir die Bücher mit, da die Post es vorher nicht geschafft hatte. Meine Freundin hatte mir eine SMS geschickt, dass sie jetzt da sei und die Bücher zum Stand bringen würde. Zu der Zeit saß ich in einer Autorenrunde. Ich brach diese mit einer Entschuldigung ab und flitze zum Stand, lief an ganz vielen Leuten vorbei – es war ja Samstag – und dann hatte ich endlich die Bücher in den Händen. Es war ein unglaubliches Gefühl.

Ich bin froh, dass ich sie nicht erst als eBooks veröffentlich habe. Ich bin selbst nicht so der eBook Leser. Ich habe die eBooks erst nach meinen Taschenbüchern veröffentlicht. Die Bücher kamen im Frühling und die eBooks im Sommer – für die Sommerleser, damit sie nicht die Bücher in den Urlaub mitschleppen müssen.




Lea: Es gibt ja mittlerweile mehr Blogger und Leser, die erst mal auf eBook  umgeschaltet haben – einfach wegen den Preisen. Meine erste Regel ist immer, dass ich mir die eBooks kaufe und auch die Bücher. Ich möchte damit die Autoren, besonders die Selfpublisher unterstützen, da sie darauf angewiesen sind. Das ist mir sehr wichtig.

Mary Cronos: Es kommt uns auch immer zugute, wenn ihr sie in Buchhandlungen kauft. Ich freue mich auch, wenn ich sie euch so geben kann, aber in jeder Buchhandlung in Berlin, in der ihr bestellt, da sagt der Großhandel: Okay, ich lagere jetzt zwei mehr ein als beim letzten Mal. Das bedeutet: Ihr müsst nicht mehr warten, sondern meine Bücher liegen auf Lager. Wenn ihr das also bestellt, ist es am nächsten Tag da.
Der einfachste Weg sind oftmals die kleinen Buchhandlungen. Besonders wenn man einen persönlichen Bezug dazu hat oder vielleicht sogar dort arbeitet.


Lea: Gibt es denn in Berlin einen Buchladen, den du empfehlen kannst?

Mary Cronos: Ich bin ein totaler Dussmann abhängiger Mensch. Ich habe mich noch nicht getraut, bei Dussmann nachzufragen, ob sie Nafishur bei sich aufnehmen würden. Das ist mein persönlicher Wunsch, also das Dussmann meine Bücher bei sich aufnimmt. Mein großer Masterplan ist, sobald mein Verlagsbuch draußen ist, wo ich sagen kann: Ich bin Verlagsautorin und damit eine sehr zuverlässige Autorin – dies ist ein Qualitätsurteil. Es sind ja auch bekannte und große Verlage, die da interessiert sind. Wenn einer von den Verlagen mein Buch raus bringt, kann es ja nicht so schlecht sein. Da kann man ja dann auch das Risiko eingehen, die anderen Bücher mit in das Sortiment reinzunehmen. Wenn also ein Verlagsbuch erscheint, werde ich mich auch trauen, bei Dussmann nachzufragen.

Lea: Wir haben Dussmann, wenn mich nicht alles täuscht, auch in der Friedrichstraße und ich kaufe dort auch meine Bücher.

Mary Cronos: Dies ist das gelobte Land und die Hölle gleichzeitig. Weil man danach ein leeres Konto hat, aber eine schwere Tasche. Innerhalb des Buchladens ist ein eigener Buchladen, zwei Etagen, der nur englische Bücher hat. Es ist doch verrückt: Ein Buchladen und Buchladen.
Nicole: Was gefällt dir persönlich besser. Taschenbuch oder gebundene Ausgabe?

Mary Cronos: Ich bin ein Hardcover-Fetischist. Ich hätte auch gerne Nafishur als Hardcover, aber als Selfpublisher sind Hardcover extrem teuer. Ich hätte mindestens 25/26 Euro verlangen müssen, nur um einen Euro Gewinn zu haben.
Mein Wunsch ist, wenn die Reihe komplett ist: Es wird zweimal 7 Bände geben, dann habe ich vielleicht so viel Interesse erregt, dass ein Verlag kommt und die Rechte für die Hardcover sichern will und sie machen daraus eine Sonderausgabe.

Lea: Mir ist aufgefallen, dass einige Verlage – Drachenmond Verlag als Beispiel – nur Taschenbücher veröffentlicht.

Mary Cronos: Das ist ja auch noch ein sehr kleiner Verlag.

Lea: Wir haben uns heute zwei Bücher am Verlagsstand gekauft, die wir optisch und inhaltlich sehr schön fanden.

Mary Cronos: Ich liebe die Cover vom Verlag, muss ich ehrlich sagen. Ich bin ja auch Cover-Käufer durch und durch.  Die Covers im Drachenmond Verlag sind wunderschön. Die vom Sternensand Verlag aber auch.

Lea: Da waren wir auch. Dort haben wir uns auch zwei Bücher gekauft. Beim Drachenmond Verlag wollte ich eigentlich nie Bücher kaufen, weil mir der Hype um diesen Verlag einfach zu heftig war. Aber dann kam ein Buch von Andreas Dutter unter dem Pseudonym Olivia Mikula raus und ich musste es mir kaufen.

Mary Cronos: Die Bücher selbst sind sehr schön und auch so fantasievoll. Ich finde es toll, dass sie so vielen Fantasyautoren ein Zuhause bieten. Gerade da viele große Verlage sagen: Fantasy ist out, gerade Vampir-Fantasy würde niemand mehr lesen, es wäre out.

Lea: Das stimmt aber auch nicht. Ich habe einige Vampirromane gelesen, die echt toll waren. Twillight habe ich als ersten Roman gelesen, wo es um Vampire ging. Gefolgt von der Vampir Reihe von Petra Röder und einem Buch von Sandra Florean. Als Neuestes habe ich einen weiteren Vampirroman in meinem Regal von einer Selfpublisherin. Ich bin von jedem Buch begeistert gewesen.
Nur hatte das letzte Buch so viele Informationen, dass ich es nach der Hälfte abbrechen musste. Dennoch bekam die Autorin eine gute Rezension, denn das Buch ist sehr gut geschrieben.

Mary Cronos: Da fragt man sich: Ziehe ich es noch in die Länge oder mache ich zwei Bücher daraus.
Die beiden ersten Bände heißen „Prelodium – Vorspiel“. Dieses Prelodium sollte eigentlich das Vorwort des ersten Bandes werden,  es hat um die 400 Seiten. Es hatte vorher 500 Seiten und durch die etwas größere Variante habe ich 100 Seiten eingespart und bin beim gleichen Preis geblieben. Die nächsten beiden Bücher werden etwas dicker und dadurch auch etwas teurer. Ich kann mich leider nicht so wirklich kurzfassen.

Nafishur fängt als Vampirroman an, geht aber in den High-Fantasy, den man nicht einfach so auf zwei Seiten erklären kann. Deswegen auch die Einführungsbände. Die spielen auf der Erde – in Paris. Da lernt der Leser die Figuren kennen und verstehen. Die Leser lernen die Grundlagen, die für Nafishur wichtig sind. Bevor sie sich dann auf die Reise begeben.
In dem Buch kommt Latein vor, die in beiden Welten gesprochen werden.

Nicole: Wie stehst du zu langgezogenen und ausführlichen Büchern?

Mary Cronos: Das ist schwer zu sagen. Wenn es zu viel ist, wird es gähnend.  Es komm aber auch immer auf die Szenerie an. Es gibt verschiedene Schreibtechniken: Wenn die Szene spannend ist, müssen die Sätze etwas kürzer werden – dann muss Action passieren. Wenn mein Charakter einen Vampir hinterher rennt, um ihn umzubringen, dann achtet er nicht darauf, wie viele Säulen er passiert oder was um ihn herum geschieht. Der achtet nur auf den Vampir und sieht vielleicht noch, dass da vorne eine dunkle Straße ist, da sehe ich ihn nicht mehr richtig. Man muss sich selbst einfach in diese Situation versetzten und dann überlegen: Was würde ich wahrnehmen? Mehr sollte man dem Leser auch nicht an Informationen zumuten, denn das ist dann irrelevant.
Wenn er jetzt auf einer Parkbank sitzt und den Blick schweifen lässt, dann kann es auch sein, dass er eine Biene auf einer Blüte sitzen sieht. Es kommt immer auf die Szene an.

Nicole: Wenn du im nächsten Jahr deine Bücher ausstellen könntest, würdest du Events starten? Signiertunden?

Mary Cronos: Ich mache gerne Lesungen und Events, z.B. in Buchhandlungen. Ich kenne eine Büchhändlerin aus NRW in Witten, die Buchhandlung Lehmkuhl, die unterstützen mich sehr. Sogar als noch nicht in Aussicht stand, ob das mit der Agentur klappt. Sie haben mir immer wieder Chancen für Lesungen gegeben und auch dafür, mein Buch dort auszustellen. Gerade an Halloween hatte ich eine Lesung, die kombiniert war mit einem Vortragsthema: „Selfpublisher oder Verlag“. Da hatten wir eine kleine Diskussionsrunde und als Sahnehäubchen zum Schluss konnte man Muffins essen und mir zuhören. Ich habe einige Freunde, die mich kulinarisch unterstützen – auch mit Dekorationen.

Nicole: Wirst du auch auf der „Buch Berlin“ sein?

Mary Cronos: Ich hoffe. Ich war als Besucher immer da. Ich hab mir gedacht, dass ich hoffentlich diesmal auch die  Chance habe, eine größere Rolle zu tragen, einige Lesung anzubieten und an einem Gemeinschaftstand zu wirken. Alleine an einem Stand heißt auch: Man kommt nicht weg. Ich bin auch bei „Comic Cons“ in Berlin und Dortmund. In Stuttgart bin ich diesmal als Gast, vielleicht wird es aber danach was.
Ein tolles Event auf dem ich bin ist das Festival Fantasia. Das ist in Schierke in einer wahnsinnig tollen Atmosphäre. Wer Fantasy mag, muss das einfach mitmachen. Es ist jetzt das zweite Mal. Es ist nur alle zwei Jahre. Es ist super toll, in der man eine Geschichte erlebt. Jeder Besucher ist Teil einer Geschichte, an der er mitwirkt. Ich habe da zwei Lesungen, Fotoshootings und Workshops.

Nicole: Wir bedanken uns für deine Zeit. Wir werden deine Bücher lesen.

Mary Cronos: Ich hoffe sie werden euch gefallen und ich habe eine kleine Überraschung:
Zwischen den Blättern sind kleine PR-Codes versteckt. Mein Buch ist ein wenig interaktiv. Man kann also mit dem Handy oder dem Tablett die Codes einscannen und kommt auf versteckte Seiten meiner Autorenseite, wo ihr Interviews von meinen Charakteren und Bildern findet.
Ich bin damals extra nach Paris geflogen, um alle Eindrücke, die  ich für das Buch brauche, zu sammeln.
Man muss Fantasie nachempfinden können und daher war es mir wichtig, dass selbst auch zu erleben.

Nicole: Eine Autorin mit viel Leidenschaft.

Mary Cronos: Ja!

Lea: Dann vielen Dank Mary Cronos, dass wir das Interview mit dir führen durften.

Nicole, Mary, Lea



So meine lieben Leser, das ist das komplette Interview mit der lieben Mary gewesen.
Solltet ihr Interesse haben, das Buch von Mary zu lesen, könnt ihr es hier kaufen.
Natürlich ist Mary auch bei Facebook zu finden.



Ich wünsche euch einen schönen Samstag.
Liebe Grüße

Lea 

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